Fragen eines Blutspenders

BLUTSPENDE ⋅ Ich (m, 51) spende regelmässig Blut. Dazu habe ich schon gelesen, dass eine Spende die Blutneubildung anrege, vor allem das Hämo- globin, den Sauerstoffträger im Blut, und das wirke sich positiv auf die Ge- sundheit aus. Ist das so? Gibt es nach einer Blutspende gewisse Regeln zu beachten? R. A. in F.

Eine Bluttransfusion ist auch heute noch für viele Menschen mit starkem Blutverlust bei Unfällen oder Operationen sowie zur Behandlung von Blutkrankheiten oder Krebs unver- zichtbar. Da Blut nach wie vor nicht künstlich hergestellt werden kann, muss der Bedarf durch freiwillige Blutspenden gedeckt werden. Der tägliche Bedarf von rund 1000 Blut- spenden wird in der Schweiz durch regelmässige Blutspenden von nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung aufrechterhalten. Ihre regelmässige Blutspende ist damit von grösstem Wert (Orte/Termine findet man unter www.blutspende.ch).

 

Gutes tun auch für sich selber

Abgesehen vom Gefühl, etwas Gutes für seine Mitmenschen zu tun, wirkt sich das Blut- spenden auch für die Spender selbst positiv aus. Es ist richtig, dass die Blutspende den Kreislauf trainieren kann und die Neubildung von Blutstammzellen und Blutzellen anregt.

 

Vor jeder Blutspende wird durch eine medizinische Fachperson vor Ort eine gesundheit- liche Überprüfung durchgeführt, wobei insbesondere der Blutdruck, der Puls und der rote Blutfarbstoff (Hä-moglobinwert) geprüft werden. Erstspender erhalten eine kostenlose Blut- gruppenbestimmung und einen Blutspendeausweis. Nach jeder Blutspende wird das Blut im Labor auf bestimmte Erreger von Infektionskrankheiten untersucht. Bei auffälligen Be- funden, die auf mögliche Krankheiten hinweisen können, werden die Spender umgehend informiert. Der Gesundheitszustand des Spenders wird somit automatisch regelmässig kontrolliert.

 

Spenden senkt Blutdruck

Gemäss einer kürzlich publizierten Studie an 292 regelmässigen Blutspendern gibt es An- zeichen für einen längerfristigen Effekt einer Blutdrucksenkung bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck. Am deutlichsten war dieser Effekt bei regelmässigem Blutspenden zu beobach- ten. Die Ergebnisse bedeuten aber nicht, dass Bluthochdruckpatienten Medikamente ab- bauen und durch Blutspenden ersetzen können. Blutspenden könnte jedoch eine neben- wirkungsarme unterstützende Massnahme sein.

 

Zu beachten ist zudem, dass Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck (maximal 180/100 mmHg) nicht Blut spenden dürfen. Wenn die Einnahme mehrerer Medikamente notwendig ist, entscheidet ein Arzt des Blutspendedienstes über die Spendefähigkeit.

 

Erstmalig Blut spenden können alle gesunden Menschen ab dem 18. bis zum 60. Lebens- jahr mit einem Körpergewicht von mindestens 50 Kilogramm. Bei einer Blutspende werden 450 ml Blut abgenommen, was bei einem Erwachsenen etwa 10 Prozent des Gesamtblut- volumens entspricht. Die Blutflüssigkeit wird innerhalb eines Tages wieder ausgeglichen. Die Nachbildung der weissen Blutkörperchen (Leukozyten), welche für die Abwehr von Krankheitskeimen zuständig sind, geschieht innerhalb weniger Stunden. Nach sechs bis acht Wochen hat der Körper das gespendete Blut vollständig ersetzt. Während der Blut- erneuerungsphase ist die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Am Tag der Blutspende sollte auf stärkere körperliche Belastungen und einen Saunaaufenthalt verzichtet werden.

 

Viermal jährlich spenden

Mit jeder Blutspende verliert man zirka 250 mg Eisen, das an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) gebunden ist. Dieser Eisenverlust wird im Mittel nach 50 bis 120 Tagen mit der Nahrung wieder ausgeglichen. Ein schwerer Eisenmangel führt zu einem Abfall des Hämoglobins, weshalb der Wert vor jeder Spende gemessen wird. Bei guter Ge- sundheit kann viermal jährlich Blut gespendet werden. Nach jeder Blutspende muss eine Pause von mindestens zehn Wochen eingehalten werden, damit das gespendete Blut vollständig ersetzt werden kann.