Übung "Alkohol mit Stefan Schneider"

17.10.2012

Ein Grossaufgebot von Samariterinnen und Samariter wollten unbedingt dem Vortrag von Stefan Schneider zum Thema „Alkohol“ beiwohnen. Stefan ist Geschäftsleiter der Firma SBS Training & Rettung GmbH.

Er stellte die These auf, dass jeder Anwesende bereits mit der Droge (Co)caine in Be-rührung kam. Zur Schmerzlinderung werden Produkte mit der Bezeichnung …..caine eingesetzt. Auch in der Zahnmedizin .

Alkohol ist ein weit verbreitetes Phänomen in der gesamten Welt. Der Genuss vergorener Früchte gehört von Beginn der Geschichte zur menschlichen Kultur. Der Met (Honigwein) der germanischen Völker, Wein aus Babylon oder Ägypten, im gesamten Orient, Bier, und später Getränke aus destillierten Grundstoffen sind immer wieder auch in der ältesten Literatur zu finden. Alkohol ist heute aus der Gesellschaft nicht wegzudenken, denn er ist fest integriert in Riten, wie dem Abendmahl der Kirchen; er ist verankert in allen denkbaren Feierlichkeiten. So gehörte Bier bis vor wenigen Jahren in Bayern zu den Grundnahrungs-mitteln und der Genuss war auch während der Arbeitszeit erlaubt.

Das fatale am Alkoholismus ist, dass er absolut ohne soziale Grenzen ist. Der Hilfsarbeiter in der Fabrik kann genauso zum Trinker werden wie der Richter, die Unternehmerin, der Pilot, der Chefarzt, die Hausfrau oder der Lehrer. Es kann absolut jeden treffen. Ein Alko-holiker ist längst nicht nur der Obdachlose am Strassenrand. Aber durch die soziale Ver-achtung fällt es den Betroffenen enorm schwer, diese Krankheit zu akzeptieren. Keiner mag sich mit dem Penner im Rinnstein vergleichen, niemand will als Versager dastehen. Über-haupt wird Alkoholismus immer wieder mit Versagen in Verbindung gebracht. Aber genau dadurch wird die Krankheit weiter gefördert – der Druck wächst und mit dem Druck der Alkoholkonsum. Mit dem sich steigernden Trinken aber wachsen wieder die Probleme. Der Teufelskreis ist perfekt: Ich trinke, weil ich Probleme habe und ich habe Probleme, weil ich Trinke.

Die Wirkung von Alkohol

Alkohol dringt über die Schleimhäute rasch in die Blutbahn und durchströmt den gesamten Organismus. Er beeinflusst vor allen die Zentren des Gehirns, die das Bewusstsein und die Gefühle steuern. Die Wirkung ist zunächst anregend, geht später aber in eine Be-täubung über.

Ab ca. 0,2 Promille verändern sich subjektives Erleben und persönliches Verhalten. Man fühlt sich zwangsloser und freier. Alles scheint machbar.

Bei ca. 1 Promille Blutkalkohol-Konzentration beginnt das Rauschstadium mit läppisch-heiterer oder depressiver Stimmung. Es kommt zu Gleichgewichts- und Sprachstörungen (Torkeln und Lallen). Dies bemerkt der Angetrunkene nur vage. Tatsächlich verstehen sich Betrunkene untereinander noch prächtig, während nüchterne Personen nur mit Mühe die Worte verstehen können. Auch das Gehen kommt den Betrunkenen ganz normal vor, ob-wohl er einen Bogen nach dem anderen schlägt.

Bei ca. 2 Promille wird das Betäubungsstadium erreicht. Störungen des Gedächtnisses (Filmriss) und der Orientierung treten auf. Man schätzt, dass bei einem Vollrausch von den etwa 15 Milliarden Gehirnzellen Hunderttausende zerstört werden.

Bei über 3 Promille beginnt die schwere akute Alkoholvergiftung, die schlimmsten Falls zum Tod durch Atemstillstand führen kann.

In einer Gruppenarbeit wurden in 2 Teams die Themen „Prävention“ und „Alkohol im Postendienst“ behandelt.