19.10.2016

Übung "Naturheilkräuter"

Für diesen Vortrag konnte unser TK die bekannte Heilpflanzenkennerin Melani Küpfer aus Escholzmatt gewinnen. In einer Bildershow zeigte sie die unterschiedlichen Kräuter.

Seit vielen Jahren ist sie nun dabei, in die wunderbaren Welten der Wesen der Pflanzen ein-zutauchen, von ihnen zu lernen, wobei sich eine Dankbarkeit für ihr Dasein entfaltet, welches nur schlecht mit Worten zu beschreiben ist. Die wundersamen Welten dieser lebendigen Wesen erlebt sie sehr oft als ein offenes Buch, welches nicht mit Buchstaben, sondern mit Hilfe der Signaturlehre, viel Herz und allen extrovertierten wie introvertierten Sinnen gelesen werden kann. Was es dazu benötigt ist Zeit, Hingabe, Achtung, Respekt und oftmals auch die Bereitschaft, Begegnungen mit all ihren Konsequenzen zuzulassen.

Frau Küpfer ist der Überzeugung, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, sich selbst wieder einen Zugang ins Reich dieser Pflanzenwelten zugänglich zu machen, von ihnen zu lernen und somit eine innige Freude an das Leben zu wecken. Pflanzen sind Leben. Unser Leben hängt vom Überleben der Pflanzen ab, die uns umgeben. Sie schaffen nicht nur unsere wunderbare Umgebung, die uns heilt und Körper und Seele nährt. Ohne sie ist nichts nach-haltig auf unserem schönen Planeten. Pflanzen sind die Grundlage unserer Evolution, der Zivilisationen und der Kulturen.

Darüber hinaus gehören zu den weltweit verschiedenen Arten der Blütenpflanzen, man schätzt die Zahl auf rund 250,000 - 400,000, auch viele "Heilpflanzen", die uns helfen, körper-lich, geistig und spirituell gesund zu bleiben. Die Verwendung dieser Heilkräuter zur Heilung von Beschwerden hat eine lange Geschichte. Man fand in Tirol den allseits bekannten Ötzi, ein Mensch der in der Kupferzeit lebte, aus der Zeit um 3300 v.Chr. Geburt.

In Ötzis Magen fand man "Erste-Hilfe"-Kräuter, ein antiseptisches Moos, das als Sphagnum imbhcatum bekannt ist. Ötzi trug einen kleinen Lederbeutel voller Heilkräuter und zwei Birken-Pilzen, die antibiotische Substanzen beinhalten und die Halluzinationen erzeugen können. Sie hatten wohl eine spirituelle Verwendung, da von Anfang an die Kräuterkunde auch mit Mystik und Magie verflochten war.

Die Menschen lernten also ziemlich schnell, die Heilkräfte der veschiedenen Kräuter anzu-wenden. Dieses Wissen wurde jedoch im Laufe der Zeit immer komplexer und umfangreicher, so dass es immer mehr von speziell Kundigen verwendet und weitergegeben wurde. Einige Kräuter aber, so z.B. die Kamille, der Salbei, das Johanniskraut oder die Pfefferminze, blieben weiterhin die "Apotheke" der normalen Bürger. Sie waren ihnen wohlbekannt und sie waren überall in der freien Natur zu finden, also kostenlos.

Als im vorletzten Jahrhundert die moderne Medizin mit ihren chemisch hergestellten Medi-kamenten Einzug hielt, fiel das alte Wissen über die Kraft der Heilkräuter mehr und mehr in Vergessenheit, kaum jemand wollte sie mehr anwenden. Jedermann freute sich über die leicht anzuwendenden und scheinbar perfekten neuen Medikamente.

Was daraus wurde, ist inzwischen ja jedem bewusst geworden: Da gibt es Kopfschmerzmittel, die Kopfschmerzen auslösen, da gibt es Grippemittel, die die Leber schädigen, es gibt Schlaf-mittel, die den Schlaf rauben, und das sind nur drei Beispiele von Vielen.

Bevor jetzt aber ein falscher Eindruck entsteht: Die moderne Medizin hat natürlich ihre Be-rechtigung, viele schwere Krankheiten können kaum durch Heilkräuter behandelt werden. Keine Heilpflanze, sei es die Kamille oder das Johanniskraut, oder welches auch immer, kann mit seiner Wirkung schwerste Erkrankungen heilen! Die moderne Wissenschaft von Heute versucht, die immer noch starken heilenden Eigenschaften der Heilkräuter heraus zu finden, um sie sich nutzbar zu machen. Das Besondere an den Heilpflanzen ist aber, dass sie bei leichteren Beschwerden normalerweise ohne Nebenwirkungen helfen können. Und sie kön-nen auch, nach Absprache mit dem Arzt, eine Behandlung mit modernen Medikamenten unterstützen. Die Kräuterheilkunde und die moderne chemische Schulmedizin sind also nicht Konkurrenten bei der Heilung von Krankheiten, sondern Partner, die gemeinsam zu einer schnelleren Genesung verhelfen können.