10.05.2017

Übung "Sanitätsdienst: Baustein 3"

Zum 3.Baustein wurde Stefan Schneider, Rettungssanitäter und Geschäftsführer der Ret-tungsschule SBS eingeladen.

Die Themen zur Grundlagen Sanitätsdienst: Baustein 3 waren Bergungen, Sauerstoff, Über-gabe an den Rettungsdienst, etc. Bevor es zum eigentlichen Teil der Übung ging informierte Stefan über die neuste Entwicklung im Rettungswesen der Innerschweiz.

Responder Fahrzeug

Auf den Obwaldner Strassen und in der Zentralschweiz hat ab 1. Januar 2016 das neuartige Responder-Fahrzeug die Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Kleiner als die eigentlichen Am-bulanz-Fahrzeuge, aber ausgerüstet für den Ersteinsatz wird es via die Sanitätsnotruf-zentrale 144 in Luzern für vielseitige Einsätze eingesetzt. In den letzten 12 Jahren ist das Ein-satzaufkommen jährlich um 3-5% gestiegen und beträgt für Obwalden ca. 1500-1600 Ein-sätze. Mit den beiden Ambulanzfahrzeugen des KSOW konnten ca, 1200 –  1300 Einsätze abgedeckt werden, die restlichen erfolgten über ausserkantonale Ambulanzen. Zudem müs-sen zahlreiche nicht dringliche Sekundärtransporte ebenfalls durch ausserkantonale Einsatz-wagen erfolgen. Dies weil die Primär-Ambulanz nachts und an Wochenenden als einziges Rettungsmittel nicht für interkantonale Verlegungen genutzt werden darf, da die Hilfsfrist für Primäreinsätze gewährleistet sein muss. Mit dem neuen Responder-Fahrzeug können viele dieser Knackpunkte aufgelöst werden, was nicht zuletzt auch finanzielle Vorteile für das KSOW bringt. Mit dem Einsatz des Responder-Fahrzeuges gelingt es uns, die Hilfsfrist noch proaktiver zu gewährleisten. Die Hilfsfrist wird durch die Stationierung des Fahrzeuges vor Ort deutlich gesteigert: Heute kommen bei Simultaneinsätzen interkantonale Rettungsmittel von Stans oder Luzern zum Einsatz, ihr langer Anfahrtsweg bedeutet, dass die Hilfsfrist nicht ein-gehalten werden kann. Das neue Fahrzeug soll drei Haupt-Schlüsselfunktionen wahrnehmen. Ob als Rapid-Responder, Einsatzleiter Sanität oder Not-arzteinsatzfahrzeug tragt es jederzeit zu einer Qualitätssteigerung und besseren Wirtschaftlichkeit des Rettungsdienstes Obwalden bei.

Rapid Responder sind professionell ausgebildete Personen, welche in einem anerkannten Rettungsdienst oder als Notarzt arbeiten. Sie werden mit einem komplett ausgerüsteten Ein-satzrucksack ausgestattet und können so ihr grosses Know-How zur Überbrückung bis zum Eintreffen des Rettungsteams einsetzen. 2016 wurden weitere Einsatzrucksäcke beschafft, um noch mehr Rapidresponder, vor allem in den geographisch abgelegenen Gebieten, auszu-statten und somit das Netzwerk der Rapidresponder zu vergrössern. Die Rapidresponder wer-den ebenfalls von der Sanitätsnotruf-zentrale 144 (via Momentum-Applikation) bei den Ein-satzstichworten des „First Hour Quintetts“ aufgeboten (bedrohlichen Patientenzuständen, welche durch den zeitnahen Einsatz des Rettungsdienstes effektiv beeinflusst werden kön-nen). Dieses Quintet beinhaltet: "Kreislaufstillstand", „Brustschmerzen“, „Schlaganfall“, „Atem-not“ sowie „schwere Verletzungen“.