16.11.2016

Arztvortrag „Palliative Medizin aus der Sicht des Hausarztes“

An Stelle eines öffentlichen Arztvortrages wurde eine interne Veranstaltung zum Thema „Palliative Medizin aus der Sicht des Hausarztes“ im Saal im reformierten Kirchenzentrums Sempach durch-geführt. Das Referat wurde von unserem Vereinsarzt Dr. Paul Bühlmann gehalten.

 

Palliativmedizin ?

• lat lat.: pallium= Mantel

schützender Mantel vor psychischem und physischem Leid

• WHO 1990:

Palliativmedizin = aktive, ganzheitliche Betreuung von Patienten mit begrenzter Lebensdauer infolge unheilbarer Krankheit

Möglichst würdevoll und schmerzlos vom Leben Abschied nehmen, das wollen alle. Doch wie gut ist dies möglich, in einer Schweiz, wo mit Spitzenmedizin gegen den Tod gerungen wird?

Wie gut können Patienten aber auch Ärzte loslassen, wenn es Zeit dafür wäre?

65'000 Menschen sterben jedes Jahr in der Schweiz. Nur 10 Prozent dieser Menschen trifft dies überraschend und unvorbereitet. Die grosse Mehrheit stirbt heute nach einem meist lang

andauernden Krankheitsprozess und zunehmender Pflegebedürftigkeit. In dieser letzten Le-bensphase steht nicht mehr Heilung sondern Linderung im Zentrum. Nicht die medizinische Diagnose ist ausschlaggebend, sondern die Bedürfnisse und Sorgen des betroffenen Men-schen und seiner nahestehenden Bezugspersonen. Man spricht dabei von einer palliativen Versorgung, der «Palliative Care».

Viele Ärzte verstehen auch heute ihren Beruf ausschliesslich als Heilberuf, mit dem sie Leben verlängern möchten. «Es ist aber auch Teil des ärztlichen Auftrages, rechtzeitig in die Kom-munikation mit dem Patienten einzusteigen über Wünsche und Prioritäten bei Krankheiten, von denen der Arzt weiss, dass dieser Mensch an dieser Krankheit irgendwann sterben wird», sagt Gian Domenico Borasio, Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Universität Lausanne. Denn dabei, wie ein Mensch mit einer solchen Situation umgehe, gebe es kein Richtig oder Falsch.