14.11.2018

Arztvortrag:                                              „Burnout – Krankheit der Tüchtigen“

An Stelle eines öffentlichen Arztvortrages wurde eine interne Veranstaltung zum Thema „Burn-out“ im Saal im reformierten Kirchenzentrums Sempach durchgeführt. Das Referat wurde von unserem Vereinsarzt Dr. Paul Bühlmann gehalten. 

Als Einstieg zur Thematik wurde in zweier Gruppen ein Fallbeispiel aus der Praxis durchgearbeitet. Mit anschliessender Fragenbeantwortung: 

  • Allgemeiner Eindruck?
  • Burnout: Welches sind bei dem Mann die Krankheitssymptome?
  • Was würdet ihr diesem Mann raten, helfen?

Vor allem die Pflichtbewussten, Menschen die sich einsetzen und denen gute Resultate wichtig sind, die es genau nehmen mit dem was sie tun, die sind besonders gefährdet.

Ein Burnout kann prinzipiell jeden treffen, d.h. nicht nur Berufstätige, sondern auch Hausfrauen, Arbeitslose, Rentner oder Schüler. Da die Burnout-Forschung aber in der Untersuchung spezieller Be-rufsgruppen wurzelt, beziehen sich die meisten Beschreib-ungen und Analysen auf Betroffene in der erwerbstätigen Bevölkerung.

Repräsentativen Studien zufolge sind rund 7% aller Erwerbstätigen von einem Burnout-Syndrom betroffen, etliche weitere sind Burn-out-gefährdet. Die Vorkommenshäufigkeit ist in bestimmten Berufsgruppen (wie z.B. Manager, Unternehmensberater, Unterneh-mer, Lehrer, Sozialarbeiter, Pflegepersonal, Gefängnispersonal, Pfarrer, Ärzte etc.) deutlich höher als in anderen. Entscheidend für das Zustandekommen eines Burnout-Syndroms ist aber nicht etwa die Anzahl der Arbeitswochenstunden oder die Art der beruflichen Auf-gaben, sondern komplexe Wechselwirkungen von Arbeitsbedingung-en und individuellen Voraussetzungen, die zu anhaltendem Stress und schliesslich zur vollständigen Erschöpfung führen

Ein Burnout-Syndrom sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Folgen eines Burnouts können schwerwiegend sein. Es geht los mit einer zeitweiligen Lei-stungsminderung für die Betroffenen, kann aber durchaus zur Frührente (Invalidität) oder sogar zum Suizid führen. Und mit zunehmendem Schweregrad des Burnouts steigt überdies auch die Wahrscheinlichkeit, im weiteren Ver-lauf an einer Depression oder an einer Sucht zu erkranken.

 Abschliessend ging unser Vereinsarzt noch auf die Problematik "Mobbing" ein. An Hand einer Liste wurden Verhaltenstipps für Betroffene und Angehörige besprochen.