17.April 2019

Airway: Atemnot/Atemwegsverlegung

Etwa 15% der Unfallopfer im Strassenverkehr sterben durch Aspiration von Blut und Erbroch-enem und nicht an ihren Verletzungen. Vor diesem Hintergrund sollte jeder Samariter akute Störungen der Atmung als vital bedrohliches Ereignis rechtzeitig erkennen, um sofort suffi-ziente Massnahmen zur Sicherung der Atemwege mit der Möglichkeit ausreichender Oxy-genierung ergreifen zu können. Am empfindlichsten reagiert das Gehirn auf O2-Mangel. Eine plötzliche Unterbrechung der zerebralen O2-Zufuhr bewirkt innerhalb weniger Sekunden Be-wusstlosigkeit. Bereits nach 3–5 min entwickeln sich erste, zunehmend irreversible neu-rologische Schäden; nach 5–10 min kommt es zum Herzstillstand. Ein Fremdkörper in den Atemwegen führt zu plötzlich einsetzender Atemnot und kann sehr schnell lebensbedrohlich werden. Unfälle dieser Art passieren im Erwachsenenalter insbesondere im Zusammenhang mit Essen; ein eiliger Bissen vom Brot und schon ist es passiert. Auch flüssige Stoffe können gefährlich werden: Gelangen sie während der Einatmung in die Atemwege, spricht man von Aspiration.

Natalie führte an ihrem Posten mit Unterstützung von Carla die Sequenz «Autounfall mit Roll-fahrer» durch. Neben der Unfallplatzabsicherung galt es den Verunfallten zu bergen und die Atemwege zu sichern. Dazu musste das Helmabmanöver durchgeführt werden. Anschlies-send wurde das Spinboart, Halskragen und die Befestigungsspinne eingesetzt.

Wie und wann wird ein Heimlich-Manöver angewandt? Was ist ein Esmarch-Handgriff? Wie werden Beissschutz, Absaugpumpe, -katheter, Güdeltubus, Magill-Zange eingesetzt? Auf diese Fragen gab es anschaulichen Unterricht bei Walter zur erweiterten Atemsicherung. Das Material aus dem Notfallrucksack kam dabei zur Anwendung.

ACHTUNG: Ein Atemstillstand ist bis zum Beweis des Gegenteils Ausdruck eines Kreislauf-stillstands. In diesem Fall muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.