18.08. 2020

Gemeinschaftsübung "Wärmeschäden"

Ausnahmsweise fand die Gemeinschaftsübung mit dem Samariter-verein Neuenkirch an ei-nem Dienstag statt. Da der SV Neuenkirch ihre Übungen jeweils monatlich an einem anderen Tag durchführen, damit Mitglieder, welche in einem anderen Verein noch tätig sind, auch an den Übungen teilnehmen können.

Unter Wärmeschäden fallen Hitzschlag, Hitzeerschöpfung, Sonnenstich, Verbrennungen und Schäden von tiefen Temperaturen.

Tiffany Erni, Kursleiterin und Samariterlehrerin von Samariterverein Neuenkirch führte in einem Theorieblock in die Thematik «Wärmeschäden» ein.

In gemischten Gruppen wurden jeweils Themen wie Hitzschlag, Hitzeerschöpfung, Sonnen-stich behandelt. 

Hitzschlag ist der gefährlichste medizinische Hitzeschaden und ein medizinischer Notfall. Beim Hitzschlag steigt die Temperatur im Innern des Körpers auf über 40 C an. Betroffene haben eine gerötete, trockene und heisse Haut, besonders im Gesicht, und einen erhöhten, meist schwachen Puls. Weitere häufige Zeichen sind Bewusstseinstrübungen, Erbrechen, Krämpfe und Kopfschmerzen. Der Kreislauf kann zusammenbrechen, das Gehirn und andere Organe können bleibende Schäden davontragen.

Noch bevor der Notarzt eintrifft, sollten Anwesende die Betroffenen sofort an einen kühlen Ort bringen, sie flach mit erhöhten Beinen hinlegen und möglichst gut kühlen. Die Patienten sollten Flüssigkeit zu sich nehmen, wenn sie ansprechbar sind und sich nicht erbrechen.

Eine Hitzeerschöpfung kann auftreten, wenn der Körper bei hohen Temperaturen, oft zu-sammen mit körperlicher Anstrengung, nicht über ausreichend Flüssigkeit und Salze (Elektro-lyte) verfügt und somit das Kühlsystem des Körpers überfordert wird. Der Körper kann nicht genug schwitzen und versucht, sich auf andere Weise zu kühlen. Dadurch können Beschwer-den auftreten, die bei einer starken Hitzeerschöpfung den Symptomen eines Schocks ähneln. Ohne Gegenmassnahmen und bei anhaltender Hitze ist das Leben bedroht.

Die häufigsten Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sind Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühl, Schwindel und Übelkeit. Manchmal verlieren Betroffene das Bewusstsein, meist aber nur für kurze Zeit (Hitzekollaps). Eine Hitzeerschöpfung kann in einen Hitzschlag übergehen oder mit einem Sonnenstich verbunden sein. Dann sind kritische Verläufe möglich.

Die wichtigsten Massnahmen sind: Betroffene sofort an einen kühlen Ort bringen, sie dort ruhen und Flüssigkeit trinken lassen, falls sie dazu in der Lage sind. Die meisten Patienten erholen sich so in kurzer Zeit. Bei Bewusstlosigkeit und wenn sich die Symptome verschlech-tern, sollte ein Notarzt verständigt werden.

Bei einem Sonnenstich hat die Wärmestrahlung im Sonnenlicht. Teile der Hirnhaut oder des Hirngewebes gereizt. Typische Anzeichen sind starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit und ein geröteter, heisser Kopf. Schwere Verläufe können zu Bewusstseins-störungen, Atemstörungen, Hirnschäden, Koma und zum Tod führen. Einige Symptome des Sonnenstichs ähneln denen eines Hitzschlags, der aber gefährlicher ist.

Damit ein Sonnenstich entstehen kann, müssen Kopf und Nacken direktem Sonnenlicht aus-gesetzt gewesen sein. Meist treten Beschwerden erst Stunden später auf. Betroffene sollten aus der direkten Sonne gehen, mit erhöhtem Kopf und Oberkörper an einem kühlen Ort ruhen und Kopf, Nacken sowie Hals kühlen. Bei schweren Symptomen oder wenn sich leichte ver-schlechtern, obwohl man sich richtig verhält, ist ein Notarzt erforderlich.

Im praktischen Teil wurden Fallbeispiele mit Figuranten, welche entsprechend moulagiert wur-den, behandelt.